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Wie entsteht ein Tornado?

Ein Tornado ist ein trichterförmiger Wirbelsturm, bei dem ein Wirbel sich dreht und so meist eine Schneise der Verwüstung anrichtet. Die erste richtige deutsche Definition geht auf Alfred Wegener aus dem Jahr 1917 zurück. Darin heißt es: Ein Tornado ist ein schnell rotierender Luftwirbel, der von der Unterseite einer Wolke bis zum Erdboden reicht und am unteren Ende alles mitreißt. Erst wenn der Wirbel, der teilweise durch die Kondensation auch nicht sichtbar ist, den Boden berührt, spricht man von einem Tornado. In den allermeisten Fällen sind die Tornados jedoch nur schwach und richten auch nur geringe Schäden an. Dies gilt genauso für die USA, wie auch hier in Mitteleuropa.

Tornados entstehen in labiler Luft. Labil bedeutet, dass sich sehr feuchtwarme Luft und trockene kalte Luft in der Höhe übereinander stapeln. Hierbei steigt feuchtwarme Luft auf, da sie leicht ist und trockene kalte Luft sinkt ab, weil sie schwerer ist. Die zweite Voraussetzung ist die vertikale Windscherung. Vertikale Windscherung bedeutet, dass am Boden andere Windgeschwindigkeiten und andere Windrichtungen vorherrschen, als in der Höhe. Tornados können dabei auch bei geringer vertikaler Windscherung entstehen. Die Hebung kann dabei u.a. durch Sonneneinstrahlung in Kraft gesetzt werden. Die Zelle beginnt zu rotieren und es ensteht ein Sog, der einen sogenannten Rüssel bildet, der sich in Richtung Erdboden erstreckt. Alles rund um den Wirbel wird zerstört oder hochgehoben. Meist schon nach kurzer Zeit zieht sich der Rüssel wieder in Richtung Wolken zurück und der Tornado zerfällt. Zurück bleibt bei schweren Tornados ein Bild von großen Schäden.


Schäden durch Tornados | Foto: PublicDomainPictures auf Pixabay

Tornados kommen dabei nicht nur in den USA vor. Auch in Europa gibt es unzählige Tornados jedes Jahr. In den USA beträgt die Anzahl der Tornados ca. 1200 bis 1700 pro Jahr. Manche fallen stärker aus, andere schwächer. Die meisten Tornados kommen in der sogenannten "Tornado Alley" zwischen Texas, Oklahoma, Kansas und Nebraska vor. Der deutsche Wetterdienst schätzt, dass in Deutschland ca. 30 bis 60 bestätigte Fälle vorkommen. Andere Quellen sprechen von ca. 300, wobei viele davon eher schwächer ausfallen und für nicht viele Schäden sorgen. Immer wieder gibt es jedoch auch stärkere Tornados in Deutschland, wie den über Pforzheim oder über Viersen.

Ob Tornados häufiger werden, ist schwer zu sagen. Auch wenn die Zahlen jetzt deutlich höher sind, als noch vor 20 oder mehr Jahren gibt es einen entscheidenen Unterschied: Smartphones und das Internet. So können heutzutage viel mehr Tornados festgehalten und gemeldet werden, als noch zuvor.

Die Vorhersage von Tornados ist zum aktuellen Forschungszeitpunkt nicht möglich. Es können zwar Gebiete ausgemacht werden, in denen günstige Bedingungen für die Entsehung von Tornados herrschen, eine exakte Vorhersage funktioniert aber nicht. Und auch das Warnsystem ist in Deutschland nicht so gut ausgebaut, wie das in den USA. In den USA sind professionelle Chaser das gesamte Jahr über unterwegs und versorgen die Wetterdienste und TV-Sender mit Informationen. TV-Sender unterbrechen bei Tornados teilweise ihre Programme, um auf die Gefahren und die betroffenen Gebiete hinzuweisen und auch Tornado-Alarme durch Sirenen und Smartphones sind dort weit verbreitet, bei uns in Deutschland aber aktuell noch keine Option.

Wie stark sind Tornados?

Die Stärke von Tornados wird in verschiedene Stufen differenziert. Dafür gibt es die Fujita-Skala, die Tornados in die Stärken von F0 bis F6 einteilt. Die dazugehörigen Windgeschwindigkeiten lauten:

F0 63-117 km/h Leichte Schäden: abgebrochene Äste und Baumkronen, Entwurzelung kleinerer Bäume
F1 118-180 km/h Moderate Schäden: Dachziegel werden abgehoben, Wohnmobile umgeworfen
F2 181-253 km/h Gesamte Dächer werden abgedeckt, große Bäume werden entwurzelt
F3 254-332 km/h PKWs heben ab und Wälder zerstört, Dächer werden komplett abgetragen
F4 333-418 km/h Holzhäuser werden verschoben, Gegenstände werden zu gefährlichen Geschossen
F5 419-512 km/h Häuser werden von Fundamenten gerissen und zerlegt, Asphalt kann abgetragen werden
F6 513-612 km/h Wurde bislang noch niemals erreicht.

Wo ist der Unterschied zu einer Windhose?

Den gibt es nicht. Eine Windhose ist in den deutschen Medien die Verniedlichung eines Tornados. Dabei wird immer wieder der Vergleich zwischen amerikanischen Tornados und europäischen Tornados gezogen und Tornados in den USA als viel kräftiger bezeichnet. Aufgrunddessen ist für einige das Wort Tornado für den deutschen Wirbelsturm nicht angebracht und das Wort Windhose wird verwendet. Auch in Europa treten pro Jahr hunderte Tornados auf! Teilweise wird der Begriff Windhose fälschlicherweise auch für plötzlich auftretenden Wind verwendet. Dies ist jedoch schlichtweg falsch. Solche Wetterereignisse sind meist sogenannte Downbursts.

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Verwendete Quellen

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